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fantasie im portrait

09 dez – 02 feb

Mit Jonas Burgert und Thorsten Brinkmann zeigt die Galerie in ihrer ersten Ausstellung zwei herausragende Positionen des zeitgenössischen Porträts mit grundlegend diversen Zugängen zu diesem Sujet.

Jonas Burgert interessiert die Frage des grundsätzlich Menschlichen. Starke Farbkontraste prägen seine phantastischen Kompositionen, die Grundfragen der menschlichen Existenz verhandeln: Vergänglichkeit, Erkenntnis und Transzendenz.
Oft blickt eine Figur unverwandt frontal aus dem Bildraum hinaus. Der durchdringende Blick scheint allwissend und allsehend, roh und fragil zugleich und hypnotisiert den Betrachter in einem Zwiegespräch, das zwischen Abstossung und Anziehung oszilliert.

Burgerts durchdringenden Blicken setzt Thorsten Brinkmann Porträts mit virtuos verhüllten Figuren entgegen.
Aus einer stetig wachsenden Sammlung von Fundstücken, ausrangierte Überbleibsel bürgerlicher Wohnkultur erschafft Thorsten Brinkmann seine skulpturalen und fotografischen Werke. Der Künstler porträtiert sich selbst in konsequenter Maskierung und elaborierten Bühnenkonstruktionen. Gesicht, Geschlecht und Identität bleiben in diesem performativen Akt stets versteckt, und doch, oder gerade deshalb erreicht Brinkmann in seinen Werken auf besondere Weise Ausdruck und Ansprache.

Burgert und Brinkmann vereint schließlich nicht nur das lebendig Interesse an kunsthistorischen Kompositionen und Gesten, sondern die Konzentration, die sie in der Betrachtung verlangen.
Ihre Arbeiten sind eine Einladung zum genauen Hinschauen und Mitdenken – eine Konzentration, die der Zerstreutheit unseres digitalen Zeitalters fremd ist.

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